Test: ePub- und Amazon-eBooks erstellen mit Jutoh

25. August 2011

Zum Erstellen von Kindle-eBooks eignet sich zum Beispiel der Mobipocket Creator. Für alle ePub-Plattformen ist das kostenlose Sigil eine hübsche Alternative. Wer jedoch plattformübergreifend publizieren will, braucht ein Werkzeug, das sowohl Mobipocket-Fiiles als auch das ePub-Format erzeugen kann. Sicher - man könnte zum Beispiel auch ein mit Sigil formatiertes ePub mit Hilfe von Calibre ins Amazon-Format umwandeln. Doch die Gefahr, dass dabei etwas verloren geht, besteht durchaus - die genaue Kontrolle über den Inhalt muss man jedenfalls an Calibre abgeben.

Jutoh ist zwar nicht kostenlos, verspricht aber, mit den beiden wichtigen Formaten umgehen zu können. Gelockt hat mich allerdings die Fähigkeit des Programms, einen klickbaren Index zu erstellen. Das ist gerade bei Sach- und Fachbüchern für den Leser sehr hilfreich - und bei gedruckten Büchern dieser Sparten Standard.

Tatsächlich hat mich Jutoh nicht enttäuscht. Das Programm erinnert zwar eher an eine Programmierumgebung als an einen Buch-Editor, das sollte den Nutzer jedoch nicht abschrecken. Die englischsprachige Oberfläche ist nicht immer selbsterklärend, hält aber interessante Funktionen bereit. So kümmert sich Jutoh nicht nur um Indices (dabei werden auch doppelte Einträge ordentlich verschlagwortet), sondern auch um Inhaltsverzeichnis, Cover und so weiter. Wünschen würde ich mir lediglich einen Shortcut, der einen markierten Begriff dem Index zuführt. Um plattformspezifische Elemente zu ermöglichen, erlaubt es Jutoh auch, bestimmte Teil als “nur für Mobipocket” oder “nur für ePub” zu definieren.

Das Programm erzeugt aber nicht nur eBooks, sondern kann auch Audiobooks im MP3-Format erstellen - wenn man mit einer Computerstimme zufrieden ist. Zudem destilliert es auch HTML oder das Open-Document-Format. Ebenfalls inbegriffen ist eine Rechtschreibprüfung, man kann auf Office also komplett verzichten. Im HTML-Code des eBooks darf der Anwender nicht direkt arbeiten - es gibt aber die Formatvorlage “HTML”. Damit markierte Absätze werden 1:1 in den XML-Code übernommen. Das Kompilieren von Mobipocket funktioniert problemlos, wobei Jutoh das Ergebnis nicht (wie Mobipocket Creator) komprimiert. Zwar werden unkomprimierte .mobi-Dateien auch noch nach dem Hochladen durch Amazon geschrumpft - das Ergebnis ist allerdings eine deutlich größere Datei als via Mobipocket Creator (das wirkt sich bei der 70%-Tantiemen-Option von Amazon in höheren Übertragungskosten aus).

Etwas komplizierter ist es, ePubs so zu erstellen, dass sie auch Apples Kriterien genügen. Nach meiner praktischen Erfahrung beginnt man am besten erst einmal mit dem ePub-Format - wenn das bei ePubCheck durchgeht, ist auch das kompilierte .mobi okay. Manchmal musste ich mit Sigil noch etwas nacharbeiten. Jutoh erlaubt selbst nur Lesezugriff auf die Struktur der ePub-Datei. Hübsch ist, dass man das Programm auch von einem USB-Stick starten kann - wo immer man einen Computer findet, kann man so an seinem Buch weiterarbeiten. Praktisch ist zudem, dass es Versionen für Windows, MacOS und Linux gibt. Testen kann man das Programm kostenlos - in kompilierten Büchern taucht dann ein Hinweis auf die Testversion auf. Die Vollversion kostet etwas über 30 Euro (inkl. Steuern).

Claudia Celeste: unsere zweite Klientin

22. August 2011

Willkommen, Claudia - erneut hat eine Autorin erotischer Geschichten zu uns gefunden. Nicht, dass der Eindruck entsteht, wir würden uns auf dieses Thema spezialisieren: Es sind auch zwei ganz andersartige eBooks in Vorbereitung.

Doch zu Claudia Celestes Sammlung “Das Kino - 25 neue erotische Geschichten“: Claudia Celeste ist mit ihrem Geschichtenband “Die Schaufensterpuppe - 25 erotische Geschichten” nicht nur in den Erotik-Top-10 präsent, sondern hat dafür auch hervorragende Leser-Bewertungen erhalten: echte Fünf-Sterne-Erotik. Nun stellt sie mit “Das Kino - 25 neue erotische Geschichten” den direkten Nachfolger vor. Wie Sie es von der Autorin zurecht erwarten, bietet die Sammlung Erotik mit Sinn und Pointe. Celeste hat Geschichten zu erzählen, die Sie so noch nicht gehört haben (und die dabei auch noch sexy sind). Lassen Sie sich an ungewöhnliche Orte entführen - lassen Sie sich aber vor allem auch von ungewohnten Charakteren verführen. Was hat die Neon-Reklame an einem Sexclub schon erlebt? Welche Phantasien entwickelt ein Crashtest-Dummy? Und was passiert, wenn man zu lange in den Spiegel schaut?

Claudia Celeste: Das Kino - 25 neue erotische Geschichten

Claudia Celeste: Das Kino - 25 neue erotische Geschichten

Autoren-Fanpage leicht gemacht? Der Fanpage-Designer von DataBecker

19. August 2011

Im Rahmen eines Softwaretests hatte ich Gelegenheit, den Fanpage-Designer von DataBecker auszuprobieren. Er soll auch Laien ermöglichen, die eigene Fanpage mit Features auszustatten, für die man eigentlich einen Facebook-Entwickler-Account bräuchte. Das umgeht DataBecker, indem man den eigenen Account quasi leihweise dafür hergibt. Um die nötigen Elemente im Internet speichern zu können, braucht man allerdings zusätzlich eigenen Webspace, der PHP5 unterstützen muss (die billigsten Pakete etwa von Strato unterstützen PHP nicht).

Das Programm selbst hält sich nicht an gängige Bedienstandards, sondern ist mit einer ganz eigenen, nicht sehr professionell wirkenden Oberfläche ausgestattet. Zunächst muss man Webspace und Facebook-Fanpage in dem Programm konfigurieren, danach darf man dann mehrere Unterseiten im WYSIWYG-Verfahren entwerfen. Es lassen sich interaktive Elemente wie etwa Maps, Flickr- und Picasa-Diashows, YouTube-Videos, RSS-Feeds und Twitterstreams einbinden, dazu noch Facebook-typische Elemente wie Gefällt-mir- und Weiterempfehlungs-Buttons sowie Feedback-Formulare. Dabei wird zwischen einer Seite für Nicht-Fans und Seiten für Fans unterschieden.

Im Test zeigte sich der ein oder andere Bug. Zunächst wollte das Programm die Entwürfe nicht hochladen. Dann kam es zu Problemen, weil meine Test- und Spielseite meine zweite Facebook-Page neben Mattings Warentest war. Die Probleme konnten jeweils recht schnell vom Support gelöst werden, in meinem Fall telefonisch und per E-Mail. Dass RSS- und Twitter-Einbindung nicht funktionierten, dafür fand sich allerdings keine Erklärung.

Wirklich lohnend dürfte das Programm allerdings nur für große Fanpages sein - oder für Unternehmen, die mit ihrer Seite Geld verdienen wollen und können. Denn es kostet satte 199 Euro - für das erste Jahr. In jedem folgenden Jahr fallen erneut 144 Euro an, wenn man nicht drei Monate vor Ablauf kündigt. Jede zusätzliche Fanpage kostet 72 Euro pro Jahr.

So sieht die iTunes-Connect-Oberfläche aus

9. August 2011

Nett: “You are provided with a significant discount on two Apple computers, two iPods, and one Apple TV per year.” (im US-Store gibts z.B. auf das MacBook Air 100 $ Rabatt).

iTunes Connect

iTunes Connect

So gehts: Der Kindle und seine Wörterbücher

15. Juli 2011

Amazon hat sich für seinen Kindle eine clevere Funktion ausgedacht, die eReader der Konkurrenz selten bieten: Das Gerät ist in der Lage, ganz automatisch Begriffe in einem Wörterbuch nachzuschlagen. Dazu muss man lediglich den Text-Cursor mit den Pfeiltasten auf das betreffende Wort führen - den Rest erledigt der Kindle von selbst. Das Ergebnis ist dann am unteren oder am oberen Bildschirmrand abzulesen. Zwei Wörterbücher erhält jeder Kindle-Käufer in Deutschland kostenlos: Das “Oxford Dictionary of English” (ist vorinstalliert) und das “Duden Universalwörterbuch” (muss man nach der Registrierung downloaden).

Dabei handelt es sich um erklärende Wörterbücher: Sie geben die Bedeutung eines Begriffs in der Originalsprache wieder. Der Duden erklärt also in deutschen Büchern deutsche Begriffe, das Oxford-Dictionary veranschaulicht englische Wörter in englischen (oder amerikanischen) Werken. Ihnen fehlen manchmal im Deutschen die Worte? Dann hilft mein eBook “Das große Synonymwörterbuch mit 80.000 Einträgen“, das als Thesaurus zu einem bestimmten Begriff brauchbare Alternativen vermittelt.

Zusätzlich gibt es für den Kindle Übersetzungs-Wörterbücher, die etwa vom Englischen ins Deutsche vermitteln. Diese Wörterbücher muss der Kindle-Besitzer zunächst im Kindle-Shop kaufen. Sie funktionieren jeweils nur in der angegebenen Richtung - für die Gegenrichtung braucht man ein zweites Wörterbuch (das nicht vom selben Hersteller kommen muss). Derzeit sind unter anderem erhältlich:

Das große Wörterbuch Englisch-Deutsch mit 250.000 Einträgen (2,99 Euro)
Sehr umfassend - Disclaimer: ich bin der Autor dieses Wörterbuchs und finde es deshalb natürlich am allerbesten ;-)

Wörterbuch Englisch - Deutsch - 2. Auflage (3,48 Euro)
Das Wörterbuch des Kollegen Daniel Eichhorn enthält weniger Einträge, dafür aber Aussprache-Hinweise in Lautschrift.

Collins Concise English-German Dictionary (13,66 Euro)
Das Collins-Wörterbuch, das in Print einen guten Ruf hat, ist für den Kindle relativ teuer, habe es als eBook noch nicht getestet.

Wörterbuch Deutsch - Englisch (3,44 Euro)
Ebenfalls von Daniel Eichhorn - für deutschsprachige Leser wohl seltener benötigt

Synonym-Wörterbuch Deutsch (3,44 Euro)
Enthält Synonyme zu etwa 90.000 deutschen Begriffen.

Französisch-Deutsch Lesewörterbuch (2,99 Euro)
Laut Leser-Rezension noch recht unvollständig. Den in der Beschreibung angegebenen “Gesamtumfang” bitte nicht mit der Anzahl der Stichwörter verwechseln.

Spanisch-Deutsch Lesewörterbuch (2,99 Euro)
Laut Leser-Rezension noch recht unvollständig. Den in der Beschreibung angegebenen “Gesamtumfang” bitte nicht mit der Anzahl der Stichwörter verwechseln.

Der Kindle-Store enthält noch viele andere Wörterbücher, etwa auch “Kölsch-Deutsch” oder zu Spezialthemen. Wie umfassend ein angebotenes Wörterbuch wirklich ist, können Sie gut am Beispiel der beiden Englisch-Deutsch-Übersetzer am Anfang der Liste prüfen: Mit 250.000 Stichworten ist das große Wörterbuch über elf Megabyte groß.

Wo sieht der Kindle nach?

Damit der eReader im richtigen Wörterbuch nachschlagen kann, muss er wissen, in welcher Sprache ein Buch verfasst ist. Leider geben nicht alle Verlage das korrekt in dem Buch an - raten kann das der Kindle nicht. Falls also in einem “deutschen” Buch plötzlich das Oxford Dictionary englische Begriffe zu liefern versucht, hat der Hersteller des Buchs etwas falsch gemacht - das Oxford kann nichts dafür.

Wenn Sie für eine Sprache mehrere Wörterbücher auf dem Kindle haben, können Sie ein Primär-Wörterbuch festlegen, in dem das Gerät automatisch nachschlägt (WENN, wie gesagt, es die Sprache erkennen kann, in der das Buch verfasst ist). Dazu müssen Sie das Wörter-eBook zunächst kaufen und auf Ihren Kindle laden, entweder via Whispernet oder vom PC. Ist es dort angekommen, drücken Sie HOME, gefolgt von MENU. Bewegen Sie den Cursor auf “Settings”, drücken Sie OK und danach erneut MENU. Im nun erscheinenden Menü navigieren Sie den Cursor zu “Change Primary Directory”, wo Sie dann (zum Beispiel) “Das große Wörterbuch Englisch-Deutsch mit 250.000 Einträgen” auswählen können. Danach ein letztes Mal HOME drücken - fertig.

Beim Kindle 4 drücken Sie auf der Startseite die Menütaste, wechseln zu den Einstellungen und blättern dort auf Seite 3. Bei “Wörterbücher” betätigen Sie “Bearbeiten” und haben dann die Wahl, Standard-Wörterbücher für deutsche oder englische eBooks zu definieren. Nach dem Kauf des Wörterbuchs kann es übrigens erforderlich sein, den Kindle 4 neu zu starten (lange auf die Einschalttaste drücken).

Unabhängig von dieser Einstellung können Sie jedes Wörterbuch auch wie ein ganz normales Buch öffnen und durchsuchen - die Tastatur des Kindle Keyboad ist da sehr praktisch.

Mit den Kindle-Apps funktioniert die Nachschlage-Funktion der Zusatz-Wörterbücher übrigens noch nicht, dort sind Sie auf Duden / Oxford beschränkt.

Viel Spaß…

Google startet Kindle-Konkurrenten

11. Juli 2011

Ab Sonntag, 17. Juli, starten Google und iRiver in den USA mit dem Verkauf des iRiver Story HD, der via WLAN auf Googles eigenen eBook-Store zugreifen können soll. Das Gerät, hierzulande für 160 Euro erhältlich (hier mein Test des iRiver Story HD), soll für 139 Dollar über den Ladentisch gehen - zunächst allerdings nur bei der Handelskette Target. Amazon bietet den WLAN-Kindle in den USA zum selben Preis an. Eine UMTS-Variante wie beim Kindle gibt es allerdings zunächst nicht. In Deutschland ist Googles eBookStore noch nicht gestartet.

Wie wichtig Bestsellerlisten für eBooks sind

7. Juli 2011

Dan Lubart von Ebook Market View hat eine recht interessante Analyse des Einflusses von Bestseller-Listen bei Print- und E-Books veröffentlicht. Dazu hat er verglichen, wie lange ein Buch seinen Platz in der Liste behält. Es zeigt sich, dass die Listen für Print-Bücher deutlich chaotischer funktionieren als die für E-Books. Das heißt auch: Wenn ein E-Book es einmal in die Bestenliste geschafft hat, hat es auch eine höhere Chance, darin zu bleiben, als das bei einem gedruckten Buch der Fall wäre. Gleichzeitig zeigt Lubart, dass eine Bestenlisten-Platzierung sich äußerst positiv auf die Verkäufe auswirkt, also einen selbstverstärkenden Effekt besitzt: Bücher unter den ersten 100 sind nur noch schwer aus der Hitliste zu vertreiben.

20.000 Euro in bar: erster Buchpreis für eBook-Autoren

6. Juli 2011

Die Holtzbrinck-Tochter epubli.de ruft gemeinsam mit Tagesspiegel und ZEIT (gleicher Verlag) den ersten gut dotierten Buchpreis für eBook-Autoren aus. Insgesamt werden 20.000 Euro in vier Kategorien vergeben: “Belletristik”, “Sachbuch”, “Wissenschaft” und “Kunst & Fotografie”. So beschreibt es jedenfalls epubli.de auf der Website; die Einladungs-Mail an mich als Kindle-Autor nannte als vierte Kategorie jedoch “Buchgestaltung”.

Anyway - bewerben kann man sich ab 13. Juli, 12 Uhr, indem man seinen Beitrag bei epubli.de einstellt. Dabei ist Autoren auch die Mehrfach-Teilnahme erlaubt. Das Buch wird parallel auch bei Epubli.de verkauft, dafür zahlt die Firma die üblichen Honorare. Ab 27. Juli sollen dann die Leser online abstimmen.

Dabei hat man aus den Social-Media-Experimenten der letzten Zeit gelernt: Eine Jury wählt nach Ende der Abstimmungsphase am 7. September aus den fünf bestplazierten eBooks pro Kategorie den Preisträger. Die Jury besteht aus Dr. Petra Eggers (Literaturagentin), Dr. Cora Stephan (Schriftstellerin), Markus Albers (Autor und Digitalunternehmer), Wolfgang Blau (Chefredakteur ZEIT online), Prof. Dr. Thomas Hess (LMU München), Lorenz Maroldt (Tagesspiegel-Chefredakteur), Harry Nutt (Autor und Feuilletonjournalist) und Prof. Dr. Jürgen Renn (MPI für Wissenschaftsgeschichte).

Die Preise selbst sollen dann auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober vergeben werden.

Sex sells? Erfahrungsbericht ePublishing erotischer Texte via Kindle

6. Juli 2011

Irgendwo habe ich gelesen, dass erotische Texte beim neuen Kindle E-Book-Publishing gut laufen würden. Sex sells. Warum also nicht meine Kurzgeschichten, die sich seit Jahren auf meinem Rechner angesammelt haben, zusammenstellen und als E-Book veröffentlichen?

Gedacht, getan. 75 Normseiten kamen bei den 8 Geschichten zusammen. Nun das wirklich Schwierige: wie sollte ich als technisch kompletter Nixblicker diese Aktion bewerkstelligen? Was macht frau in einem solchen Fall? Sie sucht sich Hilfe. Durch seinen Bericht im Literaturcafe kannte ich Matthias Matting und fragte ihn, ob er bereit wäre, gegen eine Gewinnbeteiligung, das ganze technische Procedere für mich zu übernehmen. Er wollte. Diesen Service bietet er unter AO-Edition.de auch anderen Autoren an, die ihre eigenen Texte als E-Book veröffentlichen wollen.

Ein weiterer Vorteil: auf seiner Seite verlinkt er das erstellte E-Book und einer der wichtigen Multiplikatoren für die Verbreitung ist gefunden.

Erstes Problem: das Cover. Matthias Matting schlug vor, bei Flickr ein Foto auszusuchen und dann den Fotografen um kostenfreie Nutzungsgenehmigung zu ersuchen. Ich klickte mich durch hunderte von Fotos, die für mich teilweise wenig mit den von mir angegeben Suchbegriffen (Sex, Erotik, Lust) zu tun hatten. Schließlich fand ich eines. Vier Männerhände auf dem sinnlichen Körper einer südländischen Schönen. Matthias Matting schrieb in Spanisch eine Mail an den Fotografen (der Venezolaner ist) und wir warteten gespannt auf seine Antwort.

Vorab legte ich bei Amazons Author Central meine eigens dazu geschaffene E-Mail-Adresse ab. Ein Autorenprofil einzugeben war noch nicht möglich, da das Buch noch nicht online gestellt war.

Dann noch einen Werbetext für das Buch geschrieben und weiter geht’s mit Warten.

Ein Tag später, noch immer keine Antwort vom Venezolaner. Ich schaue nach Alternativen und finde ein ansprechendes Bild von einem Griechen. Das Bild gefällt Matthias Matting als Mann nicht. Ich wähle weiter unter tausenden und finde ein Foto, das keinen Mann kalt lassen dürfte. Es findet Zustimmung und Matthias bastelt ein tolles Cover daraus. Doch auch hier heißt es wieder, die Fotografin, eine Engländerin diesmal, anzuschreiben. Die Antwort ist schon wenige Stunden später da. Sie gibt uns die Erlaubnis gern, fragt aber an, ob nicht auch die Zustimmung des Modells eingeholt werden sollte. Sicherheitshalber ja, entscheiden wir.

Matthias Matting schickt mir meine Datei mit der Bitte um Durchsicht, seiner Meinung nach sollte ich wegen der besseren Lesbarkeit noch ein paar Absätze einfügen. Um sie als Nicht-Kindle-Besitzerin lesen zu können, muss ich, erfahre ich, bei Amazon eine App herunterladen (kostenlos), was ich tue. Danach bittet mich die Kindle-App um meine Amazon-Anmeldeinformationen. Die bei Authorcentral hinterlegten Daten genügen nicht - es müssen die Daten sein, unter der ich sonst auch bei Amazon einkaufe, darauf weist mich Matthias Matting hin. Ich ändere es und kann jetzt die Kindle-Datei mit meinen Geschichten auf dem Laptop anschauen. Ich finde, mehr Absätze brauchen die Geschichten nicht.

Matthias Matting stellt das fertige E-Book schonmal als Entwurf ein, jetzt brauchen wir nur noch das O.K. wegen des Covers. Das Warten macht mich ganz hibbelig; ich will mein Buch so schnell wie möglich auf den Markt schicken. Sicher haben noch andere die Idee, auf den Erotik-Zug aufzuspringen.

Die Fotografin will eine schriftliche Zustimmung des Modells einholen, sie will meine Adresse als Sicherheit und den Titel des Buches. Ich schicke ihr das Gewünschte. Sicher ist sicher.

Matthias fragt, ob wir das Buch außer in Amazons Kindle-Laden auch als ePub und bei iTunes veröffentlichen sollen, ich frage zurück, was das ist und erfahre, dass es auch von Apple einen iBookstore gibt, zudem Anbieter wie libri.de, weltbild.de, buecher.de und thalia.de, die E-Books im ePub-Format verkaufen. Ich frage, ob es da keine Überschneidung mit den Rechten bei der Amazon-Kindle-Veröffentlichung gibt. Matthias beruhigt mich. Allerdings kostet eine ISBN, die ich für die Veröffentlichung bei iTunes brauche, einmalig 80 €. Wenn ich einen Dienstleister wie Smashwords oder ePubli bemühe, brauche ich zwar nicht unbedingt eine US-Steuernummer, es wird aber eine zusätzliche Provision von meist 10% fällig, ich bekomme also nur noch 60 Prozent der Nettoeinnahmen. ISBNs sind hier meist für eine Jahresgebühr zu bekommen. Ob ich mir da nicht zu viel zumute? Wiegen die Erlöse aus den Verkäufen die Kosten auf? Matthias Matting ist davon überzeugt, will es selbst bei seinem nächsten Buch ausprobieren.

Am 27.06. spätabends wird das Buch eingestellt, am 28.06., vormittags, ist es über den Online-Shop zu beziehen. Schon am Abend steht es in der Rubrik „Erotik“ auf Platz 27. Es bewegt sich dann sogar noch bis auf Platz 15 nach unten. Verkaufszahlen erhalte ich von Amazon allerdings noch nicht. Der Ranglistenplatz springt leicht rauf und runter, bewegt sich aber immer unter den ersten 30. Ich bin zufrieden. Leider ist noch keine Rezension eingestellt. Ob die Leser sich nicht als Fans von derartiger Literatur „outen“ wollen?
Auch am 29.06., früh um 10 Uhr, keine Änderung an der Ranglistenfront. Es wird über 3 Ranglisten platziert:

* Nr. 19 in Kindle-Shop > eBooks > Belletristik > Erotik
* Nr. 20 in Kindle-Shop > eBooks > Erotik > Romane & Erzählungen
* Nr. 82 in Bücher > Belletristik > Erotik

Mittlerweile konnte ich ein gewisses Interesse in den zwei Foren, in denen ich aktiv unterwegs bin, wecken. Ich erhalte PNs mit Anfragen zum Buch, das ich wegen der Wahrung des Pseudonyms nicht direkt vermarkten kann. Mein Autorenname soll nicht ohne weiteres mit meinem Erotik-Autoren-Pseudonym in Verbindung gebracht werden. Das ist zwar schade, weil mir dadurch direkte Werbemöglichkeiten verloren gehen, aber so ist es nun mal, wenn man nicht will, dass die Familie, die Nachbarn und Kollegen von den eigenen erotischen Phantasien Kenntnis erhalten oder gar meinen, alles, was man da geschrieben hat, habe man auch erlebt.

Vielleicht lege ich bei npage, wo auch meine Autorenhomepage beheimatet ist, sogar noch eine „erotische“ Seite für mein Pseudonym an. Schließlich will ich die Marke „Svenja Ros“ ja noch ausbauen; mein Nachfolgebuch – ein Kurzroman – steht vor der Vollendung.

Nun weiß ich auch – dank Matthias – wie ich an die Verkaufszahlen komme und – bin geschockt! Erst 4 (in Worten VIER) verkaufte Exemplare! Angesichts der Platzierung hatte ich mit mindestens dem Zehnfachen gerechnet! Nun, ja, kann ja nur besser werden.

Heute, 30.06., 48 Stunden nach dem online-Gehen des Buches, sind es erst 6 verkaufte Exemplare, aber ich habe bei der Büchereule von einem Autoren-Kollegen eine sehr positive Bewertung erhalten. „Ich kann es jedem, der an gut geschriebener Erotik Freude hat, bestens empfehlen.“ Vielleicht entschließen sich ja nun ein paar andere auch noch zum Kauf.

Vorsicht, wild! von Svenja Ros

Wer war es? Amazon entfernt Spam-Bücher aus deutschem Kindle-Shop

3. Juli 2011

Zumindest Amazon Deutschland scheint die Verbreitung von via KDP eingestellten Spam-Büchern im Kindle-Shop nicht gern zu sehen: Am Wochenende wurden alle deutschen Titel entfernt, die einfach nur sowieso frei erhältliche Werke von Goethe, Kafka, Fontane und so weiter neu zusammengefasst und für je 99 Cent verkauft hatten - die meisten kamen von einem ansonsten nicht in Erscheinung tretenden “Deutschen Literatur-Verlag”. Die Bücher sind seitdem weder in der Kindle-Bestenliste enthalten noch über die Suchfunktion zu finden. Der Vorgang ist bemerkenswert, weil Amazon damit auch auf den eigenen Honoraranteil verzichtet, der bei den in der Bestenliste gut vertretenen 99-Cent-Titeln immerhin bei 65 Prozent liegt. Bei den kostenlos erhältlichen Klassikern hingegen zahlt Amazon wegen der 3G-Übertragungskosten drauf.