Test: ePub- und Amazon-eBooks erstellen mit Jutoh

Zum Erstellen von Kindle-eBooks eignet sich zum Beispiel der Mobipocket Creator. Für alle ePub-Plattformen ist das kostenlose Sigil eine hübsche Alternative. Wer jedoch plattformübergreifend publizieren will, braucht ein Werkzeug, das sowohl Mobipocket-Fiiles als auch das ePub-Format erzeugen kann. Sicher - man könnte zum Beispiel auch ein mit Sigil formatiertes ePub mit Hilfe von Calibre ins Amazon-Format umwandeln. Doch die Gefahr, dass dabei etwas verloren geht, besteht durchaus - die genaue Kontrolle über den Inhalt muss man jedenfalls an Calibre abgeben.

Jutoh ist zwar nicht kostenlos, verspricht aber, mit den beiden wichtigen Formaten umgehen zu können. Gelockt hat mich allerdings die Fähigkeit des Programms, einen klickbaren Index zu erstellen. Das ist gerade bei Sach- und Fachbüchern für den Leser sehr hilfreich - und bei gedruckten Büchern dieser Sparten Standard.

Tatsächlich hat mich Jutoh nicht enttäuscht. Das Programm erinnert zwar eher an eine Programmierumgebung als an einen Buch-Editor, das sollte den Nutzer jedoch nicht abschrecken. Die englischsprachige Oberfläche ist nicht immer selbsterklärend, hält aber interessante Funktionen bereit. So kümmert sich Jutoh nicht nur um Indices (dabei werden auch doppelte Einträge ordentlich verschlagwortet), sondern auch um Inhaltsverzeichnis, Cover und so weiter. Wünschen würde ich mir lediglich einen Shortcut, der einen markierten Begriff dem Index zuführt. Um plattformspezifische Elemente zu ermöglichen, erlaubt es Jutoh auch, bestimmte Teil als “nur für Mobipocket” oder “nur für ePub” zu definieren.

Das Programm erzeugt aber nicht nur eBooks, sondern kann auch Audiobooks im MP3-Format erstellen - wenn man mit einer Computerstimme zufrieden ist. Zudem destilliert es auch HTML oder das Open-Document-Format. Ebenfalls inbegriffen ist eine Rechtschreibprüfung, man kann auf Office also komplett verzichten. Im HTML-Code des eBooks darf der Anwender nicht direkt arbeiten - es gibt aber die Formatvorlage “HTML”. Damit markierte Absätze werden 1:1 in den XML-Code übernommen. Das Kompilieren von Mobipocket funktioniert problemlos, wobei Jutoh das Ergebnis nicht (wie Mobipocket Creator) komprimiert. Zwar werden unkomprimierte .mobi-Dateien auch noch nach dem Hochladen durch Amazon geschrumpft - das Ergebnis ist allerdings eine deutlich größere Datei als via Mobipocket Creator (das wirkt sich bei der 70%-Tantiemen-Option von Amazon in höheren Übertragungskosten aus).

Etwas komplizierter ist es, ePubs so zu erstellen, dass sie auch Apples Kriterien genügen. Nach meiner praktischen Erfahrung beginnt man am besten erst einmal mit dem ePub-Format - wenn das bei ePubCheck durchgeht, ist auch das kompilierte .mobi okay. Manchmal musste ich mit Sigil noch etwas nacharbeiten. Jutoh erlaubt selbst nur Lesezugriff auf die Struktur der ePub-Datei. Hübsch ist, dass man das Programm auch von einem USB-Stick starten kann - wo immer man einen Computer findet, kann man so an seinem Buch weiterarbeiten. Praktisch ist zudem, dass es Versionen für Windows, MacOS und Linux gibt. Testen kann man das Programm kostenlos - in kompilierten Büchern taucht dann ein Hinweis auf die Testversion auf. Die Vollversion kostet etwas über 30 Euro (inkl. Steuern).

4 Reaktionen zu “Test: ePub- und Amazon-eBooks erstellen mit Jutoh”

  1. Roland Kopp-Wichmann

    Danke für den Erfahrungsbericht. Habe auch schon zwei eBooks veröffentlicht bei Amazon und plane, das noch professioneller zu machen.

  2. admin

    Dann interessiert dich vielleicht unser neues Projekt: http://www.startnext.de/e-book-bibel

  3. WEBSEITE ERSTELLEN

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